Scientific Workshop 2016 des SFB MAKI

11.04.2016

Scientific Workshop 2016 des SFB MAKI

Sechs europäische Wissenschaftler zu Gast am Fachgebiet Multimedia Kommunikation

Bereits zum dritten Mal in Folge veranstaltete der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereich MAKI einen Scientific Workshop am Fachbereich etit. Thema waren robuste Kommunikationsnetzwerke.

v.l.n.r.: Moderator P. Eugster, Referenten: J.-P. Hubaux, R. Wattenhofer, A. Feldmann, M. Canini, Z. Turanyi, K. Kogan und Gastgeber Prof. R. Steinmetz
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v.l.n.r.: Moderator P. Eugster, Referenten: J.-P. Hubaux, R. Wattenhofer, A. Feldmann, M. Canini, Z. Turanyi, K. Kogan und Gastgeber Prof. R. Steinmetz

Im Zentrum des Workshops standen die Herausforderungen und Probleme zukünftiger Kommunikationsnetzwerke. Das Ziel des Workshops war nicht nur der gegenseitige wissenschaftliche Austausch über Erkenntnisse von komplexen und dynamischen Netzwerken und deren Anwender, sondern auch die Präsentation der Forschungsergebnisse vor einem interessierten Fachpublikum.

Anja Feldmann (TU Berlin) beschäftigte sich in ihrem Vortrag nicht nur mit dem für den Internetnutzer sichtbaren Teil des weltweiten Netzwerks, sondern auch mit dem Datenverkehr zwischen den Servern, dem sogenannten back-office traffic. Dieser für den normalen Internetnutzer kaum sichtbare Teil des World Wide Web ist für die Funktionsweise des Internets essentiell.

Sicherheit oder Funktionalität?

Den Zusammenhang zwischen Sicherheit und Datenschutz, sowie Funktionalität und Anwendbarkeit von Smartphone-Apps beleuchtete Jean-Pierre Hubaux (ETH Lausanne). An den konkreten Anwendungsbeispielen Jogging-App, dem Fahrdienst Uber sowie mobilen Sozialen Online-Netzwerken zeigte Hubaux auf, welche Auswirkungen diese Anwendungen auf die Privatsphäre haben können. Der eidgenössische Forscher aus Lausanne stellte ein permission system vor, welches dem Nutzer erlauben soll, seine Daten zu schützen und gleichzeitig Sicherheit, Privatsphäre und Funktionalität von Smartphone-Apps gewährleistet.

Kirill Kogan (IMDEA, Madrid) und Marco Canini (Université catholique de Louvain) beschäftigten sich mit den Chancen, Problemen und Auswirkungen eines Umbaus der heutigen Netzwerkstruktur des Internets hin zu einem software-defined network: „Deeply programmable, highly interconnected, virtualized systems spanning many administrative domains.“

Das Internet arbeitet dezentral und sehr verteilt, doch das ist womöglich nicht der effizienteste Weg. Roger Wattenhofer (ETH Zürich) berichtete in seinem Vortrag von einer gezielten Steuerung dynamischer Netzwerke. Er ging der Frage nach, ob sich der Datenfluss in einem software-defined network auch stärker steuern lässt, so dass ein Verlust an Zeit und Daten verhindert werden kann.

Zum Schluss des Scientific Workshops präsentierte Zoltan Turanyi (Ericsson, Stockholm) die Perspektive der Industrie auf den zukünftigen bis 2020 marktreifen Standard des mobilen Internets 5G. Das schwedische Telekommunikationsunternehmen startete 2015 bereits erste Versuche und Messungen unter Outdoor-Bedingungen.

Der Sonderforschungsbereich MAKI

Zum 01. Januar 2013 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Sonderforschungsbereich (SFB) 1053 „MAKI – Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet“ bewilligt. Der SFB wird für zunächst vier Jahre mit insgesamt etwa 8 Millionen Euro gefördert.

MAKI schafft neue Voraussetzungen für die Kommunikationssysteme der Zukunft. Diese sollen sich sehr viel einfacher und im laufenden Betrieb an Veränderungen anpassen können. So könnte zum Beispiel ein Videostream in hoher Qualität und ohne Unterbrechung auf dem Smartphone abgespielt werden, auch wenn das Mobilfunknetz aufgrund von enormen Menschenansammlungen überlastet ist. Das Internet ist mittlerweile in vielen Bereichen fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Die erforderlichen Kommunikationsmechanismen und entsprechende Kommunikationsgeräte verändern sich ständig. Die daran geknüpften einzelnen Lösungen werden derzeit als Problem betrachtet. Die Folge: Es gibt eine unüberschaubare Anzahl an Diensten, die zudem alle auf unterschiedlichen Technologien aufbauen. MAKI nutzt diese Vielfalt als Chance, indem die jeweils individuellen Eigenschaften einzelner Mechanismen bestmöglich zur Erfüllung der gewünschten Qualitätsziele eingesetzt werden.

Website des Sonderforschungsbereichs MAKI

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